I.
Ein Zimmer. Maria im Rollstuhl.
PSYCHIATER. Einmal Blutdruck, bitte.
SCHWESTER. Sofort.
PSYCHIATER. Zu hell?
MARIA. Nein.
SCHWESTER. 120 zu 80.
MARIA. Es geht mir gut.
PSYCHIATER. Offenbar.
II.
Maria, der Psychiater.
MARIA. Heutzutage ist das Leben Anfang/Mitte 20 ja auf Totalzusammenbrüche angelegt. Dass die Medien davon noch keinen Wind gekriegt haben, liegt nur an gutem Zeitmanagement. Da sind wir effizient. Sowas lässt sich zwischen zwei Nachmittagstermine schieben. Tränen verlagern wir in Tiefschlafphasen. Natürlich haben unsere Mütter keine Automaten auf die Welt gebracht. Das ist ja alles Ergebnis einer Entwicklung. Und das wollte ich auch gleich klargestellen. Weil Kleinwagenwracks aber keine Beichtstühle sind, hat man nicht zugehört. Man hat das Dach geöffnet und mir den Mund mit Sauerstoff verschlossen. Dabei müsste Zuhören doch gerade bei Sanitätern eine Kernkompetenz sein. Ich meine, die schneiden am Tag bestimmt so an die zehn Körper aus Amaturenbrettern. Da fällt es nicht mehr so leicht zu differenzieren. Man hat es da vielleicht mit Alkoholikern zu tun oder mit welchen, die sich auf der Landstraße einen blasen lassen. Nicht zu vergessen: die Jugendlichen. Aber damit habe ich nichts zu tun. Ich bin nicht verrückt. Ich bin Maria.
(Fortsetzung folgt)
